Du bist mit deiner Kollektion, deinem Marketing, deinem Kundenservice beschäftigt. Das Kleingedruckte des Gesetzes? Das kommt immer später. Bis du eine E-Mail von einem Kunden bekommst, der seine Bestellung stornieren möchte, und du keine Ahnung hast, wie du damit umgehen sollst.
Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung, aber ein praktischer Überblick über die Dinge, die du einfach im Griff haben solltest. Damit du weißt, wo du stehst.
Kurz gesagt: Wenn du online verkaufst, gelten gesetzliche Regeln darüber, was auf deiner Website stehen muss, wie du Rabatte anzeigen darfst, wie du mit Bewertungen umgehst und wie Kunden Waren zurücksenden können. Neu ab 19. Juni 2026: eine obligatorische Widerrufstaste. Wir gehen die wichtigsten Punkte durch.
Die Grundlagen: Was muss auf deiner Website stehen?
Unternehmensdaten müssen gut auffindbar sein, bevor jemand etwas kauft. Denke an deinen Firmennamen (wie im Handelsregister eingetragen), Handelsregisternummer, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Geschäftsadresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten (wann du erreichbar bist).
Klingt logisch. Trotzdem fehlt auf vielen Webshops die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, oder eine Adresse ist nur tief in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen versteckt. Platziere diese Daten einfach in deinem Footer und auf deiner Kontaktseite. Und überprüfe, ob es auch auf Mobilgeräten stimmt.
Weiterhin musst du dies geregelt haben
Eine kurze Checkliste der wichtigsten Pflichten:
- Produktinformationen: Preis inklusive Mehrwertsteuer, Lieferkosten vor dem Bezahlen, Lieferzeit und Zahlungsmethoden
- Widerrufsfrist: vierzehn Tage sind gesetzlich vorgeschrieben, sorge dafür, dass dies deutlich sichtbar ist, nicht in deinen Bedingungen versteckt
- Bewertungen: nur echte Bewertungen von echten Kunden. Bezahlt oder im Austausch für ein Produkt? Das musst du angeben
- Rabatte: „Von-nach“-Preise müssen auf dem niedrigsten Preis der dreißig Tage vor der Aktion basieren. Den Preis vor einem Sale kurzfristig zu erhöhen, ist also nicht erlaubt
- Countdown-Timer: nur verwenden, wenn das Angebot tatsächlich zu diesem Zeitpunkt abläuft
- EU-Kunden: Du darfst Kunden aus anderen EU-Ländern nicht ablehnen oder anders behandeln
Für die vollständige und aktuelle Liste siehe kvk.nl und ondernemersplein.overheid.nl.
Was du JETZT schon regeln musst: die Widerrufstaste
Ab dem 19. Juni 2026 ist eine Widerrufstaste in deinem Webshop Pflicht. Das ist eine deutlich sichtbare Schaltfläche oder ein Link, über den Kunden ihre Bestellung innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist von vierzehn Tagen stornieren können. Nach der Nutzung sendest du eine Bestätigung, woraufhin die Rückgabefrist beginnt.
Das Gesetz schreibt nicht vor, dass es technisch kompliziert sein muss. Ein klarer Link zu einem Stornierungsformular oder einer Kontaktseite ist ein guter Ausgangspunkt, solange der Text eindeutig ist, z. B. „Bestellung stornieren“ oder „Kauf widerrufen“, und der Prozess danach korrekt abläuft.
Ob Shopify, WooCommerce, Lightspeed oder Jouwweb dies automatisch für dich einbauen werden, ist noch nicht bekannt. Nimm es also selbst in die Hand und warte nicht darauf.
Zusammengefasst
Sind das komplizierte Regeln? Nicht wirklich. Aber sie werden aktiv durchgesetzt, Bußgelder können anscheinend bis zu 900.000 Euro oder vier Prozent deines Jahresumsatzes betragen. Und davon abgesehen: Ein ordentlicher Webshop strahlt Vertrauen aus. Und Vertrauen verkauft.
Zweifelst du, ob dein Webshop alle Verpflichtungen erfüllt? Dann konsultiere ondernemersplein.overheid.nl oder beauftrage einen Juristen.


